Dann möchte ich hier auch mal einen kleinen Beitrag leisten. Dieser Einsatz war letzten Sonntag, Dienstzeit 7-19Uhr auf einer Außenwache. Gegen 18.15 Uhr gehen die Melder von RTW+Nef "VU mit Motorradfahrer". Gleichzeitig war der 1. Kollege (RA) der Nachtschicht schon anwesend, und mein Kollege hatte es eilig mit dem Wechseln, also hatte ich einen neuen Kollegen dabei. Auf der Anfahrt hörten wir am Funk von einem HvO zunächst "1x schwer", kurz darauf "laufende Reanimation". Folgende Situation fanden wir nach ca. 12 min Anfahrt vor (Nef war ca. 4 min eher dort): HvO (Feuerwehrtruppe) am "Drücken", NA bebeutelt und was macht die NEF-Kollegin (RS+Medizinstudentin)? Ich kann es leider nicht sagen, ich tippe auf Zugang legen. Ich kümmerte mich zunächst um die Intubation, mein Kollege sorgte für die nötigen Infusionen. Es folgten insgesamt 3mg Suprarenin, kurz vor der Einstellung noch 6mg Atropin (nach ERC: 3mg, der NA wollte es so), des weiteren 1l NaCL + 1l HAES + 250ml HyperHAES. Neben einem venösen Zugang in die Vena jugularis externa legte der NA noch eine ZVK über die rechte Vena femoralis. 20 min (Kollege stoppte die Zeit) nach unserem Eintreffen (RTW) wurden die Wiederbelebungsmaßnahmen eingestellt. Passender Kommentar "die Motorradsaison ist eröffnet". Auf eine frühzeitige Alarmierung des RTH wurde verzichtet, da 1. eine laufende Reanimation im Hubschrauber schlecht vonstatten geht und 2. das Outcome schon sehr schlecht aussah. Beite Pupillen weit, Abdomen hart, keine Anzeichen von einer Herzerregung (--> deswegen auch keine Defibrillation). Der Einsatz lief höchst professionel hab. Die frisch gegründete HvO Gruppe hatten in der Zeit, in der sie alleine waren, alles korrekt gemacht. Pat. auf Rückenlage --> Helmabnahme --> Reanimation inkl. Defipads, Güdl. Also top! Ich habe während der Reanimation die 2 HvO Sanis beim drücken ab und an abgelöst. Anschließend habe ich mich noch mit dem jüngeren Unterhalten, und ihn darauf hingewiesen, dass wenn er Probleme bekommen sollte, unbedingt die Hilfe des KITs in anspruchnehmen soll! Habe da selber schon Erfahrung mit gemacht, und bin davon absolut überzeugt! Aber wie sich die Zeiten ändern, vor 3 Jahren während der Anfänge meiner Zivi-Zeit, war ich nocht total fertig nach der 1. Reanimation (ok, Kinderrea), und jetzt kann ich meine Erfahrungen schon weiter geben! Fazit: Seids euch nicht zu Stolz psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen! Heute hab ich dann in der Zeitung gelesen, dass sich der Motorradfahrer aufgrund der zu hohen Geschwindigkeit zu weit in den Gegenverkehr gelehnt hatte, und dann dadurch vom Motorrad gerissen wurde. Polytrauma Reanimation Vielen Dank an Compizer für diesen Bericht. © 2006-2011 by Zivificker.at